• Deutsch
  • English
Termine Kontakt Bewerbung Impressum Datenschutz Hirtenkonferenz   Lernbereich  

Blogeintrag

off

Eberhard Dahm: Leitung der Verlagsarbeit

Interview mit Eberhard Dahm

Die Fragen stellte Matthias Fröhlich

(Lesezeit ca. 4 Min)

Eberhard, warum liegt dir Verlagsarbeit so sehr am Herzen?

Gedruckte Worte sind wie Saatgut.

Die niedergeschriebene Bibel ist, noch vor dem gesprochenen Wort, der Weg, auf dem Gott mit uns redet. Das ermutigt mich auch für die Verlagsarbeit, in der Bücher einen wichtigen Platz haben. Gottes Wort ist ja eine Bibliothek, die wir verstehen wollen. Bücher sind hier eine erstklassige Ergänzung zum Verständnis. Predigten, Vorträge oder gute Filme haben sicher ihren Platz, aber sie geben uns ein Tempo vor. Das bedruckte Papier ist geduldig, es wartet auf mich. Ich kann das Buch schnell oder langsam lesen. Ich kann es immer wieder zur Hand nehmen und Anmerkungen darin machen. Sie sind das Medium zum Lernen für das Leben und die Ewigkeit. Sie sind ein Saatgut, das in hörenden Herzen bleibende Früchte bringt. Darum ist mir Verlagsarbeit eine echte Herzenssache. Zudem habe ich in meiner früheren Arbeit beim Missionswerk Heukelbach oft von Menschen erfahren, die von Schriften ergriffen wurden. Sie bezeugten, wie Gott Großes an ihren Herzen getan hat. Gott wirkt bis heute durch Literatur. Erinnern wir uns an die Reformation, sie ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie wichtig das Verlegen und Verbreiten der Wahrheit ist. Durch die Veröffentlichungen der Thesen und weiterer Schriften Luthers, kam es ja erst zur Reformation. Die Saat ging auf. Menschen brauchen auch heute das Saatgut der Wahrheit schwarz auf weiß.

Ich sehe die Notwendigkeit guter Bücher.

Des vielen Büchermachens ist kein Ende (Pred 12,12). Das ist eine biblische Tatsache. Und so besteht weiterhin Bedarf an neuen Büchern. Die unveränderlichen Themen der Bibel bedürfen auf dem Hintergrund des Zeitgeistes oft besondere Erklärungen oder ein neues sprachliches Kleid. So kommt die gute Botschaft auch in den Herzen unserer Generation an. Neben alten bewährten Inhalten, ist es aber auch wichtig, aktuelle Fragestellungen aufzugreifen. In stürmischen Zeiten ist es nötig, dass gute Bücher als Bojen und Leuchtstrahler dienen. Sie bieten Orientierung und Aufklärung. Ich bin überzeugt, dass Gott uns als EBTC beauftragt hat, bibeltreues Saatgut zu verbreiten. Das alles ist nur unter Gebet und im Vertrauen auf Christus möglich.

Du hast seit Februar 2017 beim EBTC die Leitung der Verlagsarbeit übernommen. Über was freust du dich am meisten? Welche neuen Projekte stehen an?

Über was freue ich mich am meisten?

Die größte Freude ist nach wie vor meine Freude am HERRN Jesus, der für mich starb und mich erlöste. Ich weiß mich begnadigt und reich beschenkt. Es macht mir Freude weiterhin das Wort Gottes zu lesen und zu unterrichten. Ich freue mich über meine Familie, meine Frau, über unsere Kinder und zwei Enkelkinder. Familie mit Gott zu erleben und ihre Unterstützung zu haben ist ein großer Segen! Aber ganz besonders freue ich mich auch über die Arbeit des EBTC. Da denke ich gerne an das tolle motivierte Team und an das, was Gott in seiner großen Gnade an den Schülern und in den Gemeinden bewirkt.

Welche neuen Projekte stehen an?

Wir durften bereits einige Titel zum Nachdruck überarbeiten und auch ein neues Büchlein über Luther passend zur bevorstehenden Reformationskonferenz auf den Weg bringen. Neue Projekte sind zudem die Übersetzung einer Reihe von Titeln aus dem Englischen. Hier denke ich besonders an das Lehrmaterial: Generationen der Gnade. Es ist ein umfassendes und bewährtes Schulungsmaterial für Kinder, das ihnen in ihren verschiedenen Altersstufen entgegenkommt und die Botschaft der Bibel chronologisch vermittelt. Ich bin überzeugt, dass wir damit vielen Familien und Gemeinden ein sehr brauchbares und bewährtes Werkzeug an die Hand geben können. Da wartet noch viel lohnende Arbeit auf uns.

Außerdem arbeiten wir gegenwärtig an zwei Veröffentlichungen zur Rechtfertigungslehre. Besonders auch wegen der gegenwärtigen ökumenischen Bestrebungen ist es uns wichtig, biblische Orientierung zu geben. Es geht letztlich um die Frage: Wann ist ein Christ ein Christ? Das scheint auch unter Evangelikalen nicht mehr eindeutig klar zu sein. Wir wollen das biblische Bekenntnis unbeirrbar festhalten. Wir müssen wissen, was die Rechtfertigungslehre wirklich bedeutet. Wir wollen also auch „Bojen“ und „Leuchtstrahler“ platzieren. Es ist uns eine Herzenssache, aus Liebe zu Jesus die Wahrheit in Liebe zu bezeugen.

Für den Herbst planen wir ein Buch mit Vorträgen der Reformationskonferenz. Außerdem wollen wir unseren Freunden gegen Ende des Jahres mit einem Katalog einen Einblick in  unser bestehendes Angebot ermöglichen. Für Fürbitte und Unterstützung sind wir allen unseren Freunden von Herzen dankbar.

Die Gemeinde nimmt in deinem Leben einen hohen Stellenwert ein. Warum ist das so, und wie wirkt sich das aus?

Früher in meinem Gemeindedienst, ich war noch Praktikant, sprachen meine Pastoren positiv vom „Gemeindevirus“. Und man sagte, wer den hat, wird ihn nicht mehr los. Wer einmal erfasst hat, dass Christus seine Gemeinde baut, dass Jesus seine Braut zubereitet für die Ewigkeit, der wird sich als lebendiger Baustein einbringen und dienen. Menschen bauen Türme, Hochhäuser, Brücken, Staudämme, Autos. Das alles vergeht. Christus baut seine Gemeinde und sie bleibt ewig bestehen. Gemeindedienst hat Ewigkeitswert.

Wer das gründlich von Herzen erfasst hat, der kommt nicht mehr davon weg. Ich habe in verschiedenen Gemeinden und Gemeindegründungen rund 25 Jahre verantwortlich gedient. Dabei habe ich viel Schönes und auch Schweres erlebt. Aber über allem ist es ein großes Wunder, wie Gott Menschen rettet, beruft und verändert. Das geschieht, damit wir etwas sind zum Lob seiner Herrlichkeit (Eph 1,12). Ein Christ ohne Gemeinde kann kaum als Jünger Jesu wachsen. Er ist wie ein Fisch ohne Wasser, wie ein Bäcker ohne Backstube. So wie Bäcker Brötchen backen, sollen Christen Jünger hervorbringen. Die Gemeinde ist der Kraftraum, in dem Jünger trainieren. Dort soll biblische Jüngerschaft gelebt werden. Für mich und meine Familie ist es wichtig, dass wir uns in der Gemeinde integrieren und aktiv einbringen. Das ist ein Geben und Nehmen. Wir sind dankbar, dass alle unsere Kinder in Gemeinden zuhause sind und aktiv mitarbeiten. Wir sind als Christen von Gott begabt und dazu berufen, lebendige Bausteine in der örtlichen Gemeinde zu sein. Um unsere Ältesten in ihrem wichtigen Dienst zu unterstützen, diene ich in unserer Gemeinde vor allen Dingen durch Predigtdienste.

Über den Autor