Predigerausbildung

20 Wochenenden (2 Jahre)
September bis Juni
freitags: 8:00 – 20:00 Uhr
samstags: 8:00 – 17:30 Uhr
10-15 Schüler pro Klasse
ca. 12 Std. Hausaufgaben pro Woche
Zertifikat mit 34 Leistungspunkten (Credit Points)

Der Unterricht findet jedes Schuljahr an 10 Wochenenden von September bis Juni statt und wird durch jeweils zwei 4-tägige Seminare (jeweils im Januar und September) sowie der jährlich stattfindenden Hirtenkonferenz ergänzt.

Ziel des Kurses

Der Schwerpunkt der Predigerausbildung liegt darauf zu lernen, wie man biblisch predigt! In zwei Jahren lernen Schüler die grundlegenden Schritte von der Beobachtung und Analyse des Bibeltextes bis zum Halten der Predigt.

Die Zielgruppe für die Predigerausbildung sind Männer im oder auf dem Weg zum Lehr- und Predigtdienst.

„Du aber sei nüchtern in allem, ertrage Leid, tu das Werk eines Evangelisten, vollbringe deinen Dienst!“ 2. Timotheus 4,5

Fächer

Im Fach Hermeneutik erhält der Schüler eine Einführung in die Wissenschaft und Kunst der biblischen Auslegung (einschließlich eines Überblicks über die bedeutendsten Auslegungsansätze, die während der Kirchengeschichte angewandt wurden). Das Ziel dabei ist, den Schüler dazu auszurüsten, Abschnitte in den unterschiedlichen literarischen Formen der Bibel genau auszulegen. Die normale grammatisch-historische Auslegungsmethode wird betont.

Dieser Kurs ist das Herzstück des Studienganges. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Einführung in die homiletische Methodik, also die Grundprinzipien des Predigtaufbaus. Zusätzlich befasst sich dieser Kurs auch mit der kommunikativen Geschicklichkeit, die notwendig ist, um den Predigtinhalt klar und deutlich zu vermitteln.

Prolegomena: Einführung in die Lehren der Bibel.

Hamartiologie: Das Erforschen des Sündenfalls und dessen Konsequenzen, insbesondere die totale Verdorbenheit des Menschen.

Bibliologie: Das Erforschen der Herkunft der Bibel, ihre Inspiration, Unfehlbarkeit und Autorität, die Entwicklung des Kanons der Schrift, die Beziehung zwischen Offenbarung, Inspiration, Erleuchtung und Auslegung.

Fundamentaltheologie: Das Erforschen des Wesens Gottes, seine Charaktermerkmale, seine Entscheidungen, Namen, die Trinität, die Gottheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und unter Umständen: Argumente hinsichtlich der Existenz Gottes.

Christologie: Das Erforschen der zweiten Person der Trinität, seine Präexistenz, sein erstes Kommen, Geburt, Kindheit, Taufe, Versuchung, Transfiguration, Lehren und Dienst, Wunder, Leiden und Tod, Auferstehung, Himmelfahrt, Fürsprache und sein zweites Kommen.

Pneumatologie: Das Erforschen der dritten Person der Trinität, sein Dienst bei der Überführung von Sündern, Wiedergeburt, Innewohnung, Taufe, Siegel und Erfülltsein, seine Aufgabe in den verschiedenen Zeitepochen, eine Beschreibung seines Dienstes im AT und NT.

Ekklesiologie: Die wohl größte Schwäche der Gemeinde von heute ist ein Mangel an Verständnis für die ihr übertragene Aufgabe und Verantwortung. Deshalb befassen wir uns in diesem Studiengang ausführlich mit der Ekklesiologie. Dabei werden auch oft missverstandene Aspekte der echten Anbetung in der Gemeinde, der Rolle der Frau in der Gemeinde, der Handhabung von Gemeindezucht und der Einfluss einer pragmatischen Sicht bezüglich des Gemeindewachstums gründlich untersucht.

Apologetik vermittelt eine Einführung in die Hauptbereiche des apologetischen Arbeitens. Nach Klärung der Begriffe und Definitionen wird ein geschichtlicher Abriss der Apologetik geboten. Anschließend beschäftigen wir uns mit den wichtigsten apologetischen Themenkreisen. Ziel ist es, dass die Teilnehmer die Fähigkeit erlernen, in der Konfrontation mit glaubensfeindlichen Ideologien und Weltanschauungen glaubwürdige Argumente zur Verteidigung des christlichen Glaubens zu entwickeln.

In diesem Fach wird der angehende Prediger geformt, indem er Theorie praktisch anwendet. Schließlich ist der beste Weg, das Predigen zu lernen, es zu praktizieren. Von Beginn bis Ende der Predigerausbildung hält jeder Schüler an jedem Unterrichtswochenende eine Predigt. Dies geschieht in Kleingruppen von maximal 6 Schülern und einem Lehrer. Nach der gehaltenen Predigt wird diese unmittelbar besprochen und beurteilt. Eine Ton- oder Videoaufnahme hilft dem Schüler zusätzlich, sich für die nächste Predigt neue Ziele zu setzen und sich somit fortwährend zu verbessern.

Dieses Fach befasst sich mit der praktischen Anwendung der Theologie im eigenen Leben, im Gemeindedienst und in unserer Umwelt. Folgende Themenfelder werden dabei behandelt: geistliche Leitung und Jüngerschaft, persönliches Gebet, das Privatleben eines Hirten, persönliche Heiligung, persönliche Evangelisation, die Ortsgemeinde und Pastorale Aufgaben (Abendmahl, Gottesdienst, Musik, Kinder- und Jugendarbeit, Männer- und Frauenarbeit, Taufe, Hochzeit, Beerdigung).

Dieses Fach soll ein Grundverständnis der deutschen Grammatik vermitteln bzw. auffrischen. Wie jede Sprache folgt auch unsere einem festen Regelwerk, einer Struktur für Worte und Sätze. Da wir den Bibeltext anhand der grammatisch-historischen Auslegungsmethode erforschen, ist es wichtig, dass wir die Regeln der deutschen Grammatik kennen und verstehen. Nur so ist es möglich, den Text zu analysieren, seine Struktur zu erkennen und seine beabsichtigte Bedeutung zu erfassen. Diese Vorarbeit hilft dem Prediger in der Exegese, um anschließend den Bibeltext richtig auszulegen.